Berlin. Das erste Exemplar der Gedenkschrift „Klare Worte“ für den Ehrenvorsitzenden der Deutschen Härtefallstiftung, Oberst a.D. Bernhard Gertz († 2024), wurde im feierlichen Rahmen an dessen Witwe Bärbel Gertz übergeben. Rund 140 Persönlichkeiten aus Bundeswehr, Politik und Gesellschaft waren in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin zusammengekommen, um das Lebenswerk von Bernhard Gertz zu würdigen.
Große Persönlichkeiten hinterlassen ihre Spuren. Einige der Spuren, die der unvergessene Bernhard Gertz als Mensch, Soldat, Jurist und Interessenvertreter hinterlassen hat, werden in dem Sammelband „Klare Worte“ von seinen Weggefährten nachgezeichnet. Die Beiträge liefern dabei zugleich Denkanstöße zur weiteren Debatte um eine zukunftsfähige Bundeswehr und zur Gestaltung der „Zeitenwende“.
Bernhard Gertz hat die Bundeswehr geprägt wie kaum ein anderer. Der Ausbau der Beteiligungsrechte, die Öffnung aller Laufbahnen für Frauen und der Aufbau der Einsatzversorgung sind untrennbar mit dem langjährigen Bundesvorsitzenden des Deutschen BundeswehrVerbandes (DBwV) verbunden. Nach dem aktiven Dienst setzte er sein Engagement für die Bundeswehrangehörigen in der Deutschen Härtefallstiftung fort.
In seiner Ansprache hob der Hohe Repräsentant für Bosnien und Herzegowina, Bundesminister a.D. Christian Schmidt, Bernhard Gertz als einen Menschen hervor, dessen Leben und Wirken nicht nur von Pflichtbewusstsein, sondern vor allem von Haltung, Empathie und Verantwortungsbewusstsein gegenüber anderen geprägt waren: „Bernhard Gertz war vieles: Offizier, Fürsprecher, Gestalter, Brückenbauer – und über all das hinaus ein Mensch, der sein Wirken in den Dienst anderer stellte.“ Schmidt unterstrich, dass Gertz stets ein Anwalt derer war, die Beistand benötigen. Sein Name werde für immer mit der Härtefallstiftung verbunden bleiben.
Der ehemalige Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages und Sprecher des Beirates für Fragen der Inneren Führung, Reinhold Robbe, hielt die Festrede. Er würdigte den Sammelband als ein einzigartiges Zeugnis, ein Buch, „geschrieben von unterschiedlichen Menschen mit unterschiedlichen Biographien und aus unterschiedlichen Orten unseres Landes“. Verbunden seien die Beiträge allesamt durch einen unsichtbaren „roten Faden“: die persönlichen Erfahrungen, Begegnungen und Gespräche mit dem Menschen Bernhard Gertz.
„Was mein Herz regelrecht höherschlagen lässt, ist das nicht abgesprochene Spezifikum, dass alle Beiträge den zu Ehrenden mit der Inneren Führung in Verbindung bringen“, hob Robbe hervor. Bernhard Gertz habe die Innere Führung als prominenter und einflussreicher Interessenvertreter der Bundeswehr selbst vorgelebt – und deren Prinzipien auch dann hochgehalten, wenn ihm der Wind ins Gesicht geblasen habe.
Angesichts der veränderten sicherheitspolitischen Lage in Europa und der Welt warnte Reinhold Robbe vor einem Aufweichen der qualitativ hochwertigen Standards in der Bundeswehr: „Wehret den Anfängen und lasst uns alle miteinander dafür kämpfen, dass an der Qualität einer umfassenden Versorgung unserer Soldatinnen und Soldaten keine Abstriche gemacht werden.“
Der Einsatz für hilfsbedürftige Menschen und die Arbeit in der Härtefallstiftung seien für Bernhard Gertz die Vollendung seines Lebenswerkes gewesen, so Reinhold Robbe: „Wir denken mit Dankbarkeit, Respekt und Hochachtung zurück an diesen wunderbaren Menschen.“
Bernhard Gertz‘ Vermächtnis der Menschlichkeit wird in der Gedenkschrift „Klare Worte“ dokumentiert. Es ist verbunden mit dem Appell, dort hinzusehen, wo andere wegschauen, und stets für diejenigen einzutreten, die Hilfe benötigen.






Die Publikation „Klare Worte – Gedenkschrift für Bernhard Gertz“ wurde herausgegeben von Birgitt Heidinger und Philip Kraft. Sie ist im Nomos-Verlag unter der ISBN 978-3-7560-3400-0 erschienen und erhältlich unter: https://nomos-shop.de/isbn/978-3-7560-3400-0
Unter dem folgenden Link finden Sie Interviews mit Reinhold Robbe, Eberhard Zorn, André Wüstner und Philip Kraft zur Person Bernhard Gertz und zum Sammelband „Klare Worte“ von BTB-concept: Wer war Oberst Bernhard Gertz?



